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Ihre Sicherheit liegt uns am Herzen - Wichtige Hinweise für den Bergfreund
Die Bergwelt ist eine urwüchsige Naturlandschaft. Gerade das macht sie so beeindruckend - und gerade diese Eindrücke
suchen wir. Wer sich in ihr bewegt, sollte aber seiner eigenen Sicherheit zuliebe einige Regeln beherzigen, damit das Berg-
und Naturerlebnis schliesslich auch in guter Erinnerung bleibt.
Wir haben hier an dieser Stelle einige Hinweise und Empfehlungen zusammengetragen, die wir vor dem Hintergrund unserer
Erfahrungen für wichtig halten. Denn bedauerlicherweise kommt es in den Bergen jedes Jahr aufs Neue zu vermeidbaren
Zwischenfällen, die nicht hätten geschehen müssen, wenn wenigstens die grundlegenden Regeln bekannt und ein
wenig Vernunft dabei gewesen wären.
Der Weg ist das Ziel
Setzen Sie sich realistische Ziele! Gerade zu Beginn Ihres Urlaubs benötigen Sie eine gewisse Akklimatisation.
Falscher Ehrgeiz ist in den Bergen mehr als anderswo Fehl am Platz und ein schlechter Ratgeber. Berücksichtigen
Sie bei der Planung Ihrer Wanderungen und sonstigen Unternehmungen nicht nur Ihre eigene Verfassung, sondern auch die
physische Konstitution Ihrer Begleiter! Die Wahl des Zieles sowie die zu überwindenden Distanzen, Höhen und
Schwierigkeiten sollten sich stets am Leistungsvermögen der »schwächsten« Begleiter orientieren.
Wir informieren Sie im Bergführerbüro gern über Touren, die Sie auch im reiferen Alter oder in Begleitung
von Kindern durchführen können. Wenn Sie sich dennoch einmal überschätzt haben sollten und die Tour
Ihre konditionellen oder »bergsteigerischen« Fähigkeiten übersteigt, dann ist es wahrlich alles
andere als eine Schande, wenn Sie umkehren, bevor es zu spät ist. Schliesslich bedeutet dem wahren Geniesser der Weg
ebensoviel wie das Ziel. »Lieber einmal zuviel umkehren als einmal zu wenig« - diese Regel gilt insbesondere
auch bei einsetzendem Schlechtwetter! Nebel, Regen oder gar Schnee können selbst im Sommer aus einer eigentlich
harmlosen Wanderung ein schwieriges Unternehmen machen. Hier drohen Unterkühlungen, Glätte auf den Wegen und
ein Verlust der Orientierung. Beherzigen Sie darum bei Ihren Planungen die Wetterprognosen. Verweise zu Wetterdiensten
im Internet finden Sie in unserem Onlineangebot unter dem Menuepunkt »Links«.
Die zweckmässige Kleidung
Im Gebirge sind Sie den klimatischen Verhältnissen in besonderem Maße und meist schutzlos ausgesetzt. Das
gilt für Sonne und Hitze ebenso wie für Kälte und Feuchtigkeit. Bei alldem müssen Sie
berücksichtigen, dass Wetterwechsel im Gebirge sehr schnell und sehr unvermittelt geschehen können. In
höheren Lagen muss auch im Hochsommer mit plötzlichem Schnee und dem damit verbundenen Temperatursturz
gerechnet werden. Vielleicht haben Sie am Morgen im Tal noch auf der sonnigen Veranda gefrühstückt: am
selben Nachmittag können Sie aber einige hundert Meter höher mit etwas Pech knietief im Schnee stecken.
Daraus folgt, dass Ihre Kleidung (die Schuhe natürlich eingerechnet) einen wirksamen Schutz gegen diese extremen
Schwankungen bieten sollte. Eine regenschützende Jacke und ein warmer Pullover (vorzugsweise aus leichtem und
schnelltrocknendem Fleece) gehören darum ebenso mit auf jede Bergtour wie ein Kopfschutz gegen
Sonneneinstrahlung. Ein Wort noch zu den Schuhen: Wege in den Bergen sind keine Wege, wie wir sie aus dem Kurpark
kennen. Was weit unten am Fuß des Berges noch als breiter Forstweg beginnt, kann wenig später ein steiler
Steig über Stock und Stein werden. Zuverlässiges, stabiles und dem Gelenk Halt gebendes Schuhwerk ist
dringend angeraten.
Andere Utensilien
Neben den erforderlichen Kleidungsstücken, von denen weiter oben schon die Rede war, sollten Sie eine brauchbare
Wanderkarte bei sich führen. Auch eine ausreichende Tagesverpflegung ist wichtig. Insbesondere gilt es, eine
schleichende »Austrockung« (Dehydration) zu vermeiden. Gerade im Aufstieg verliert der Körper durch
das Schwitzen und die Atemluft viel Flüssigkeit, die ersetzt werden muss. Geschieht dies nicht, beeinträchtigt
die Dehydration schnell die Leistungs- und Konzentrationsfähigkeit und erhöht somit die Unfallgefahr. Wertvolle
Dienste kann im Fall der Fälle ein Handy leisten - auch wenn die geographischen Gegebenheiten des Gebirges keinen
flächendeckenden Empfang garantieren können. Eine andere Möglichkeit, im Ernstfall auf sich aufmerksam
zu machen, bieten Trillerpfeifen und/oder Leuchtraketen. Gerade auf abgelegenen Routen sollten sie im Gepäck sein.
Gegen die oft sehr intensive Sonneneinwirkung sollten Sie einen ausreichenden Sonnenschutz für Augen und Haut bei
sich führen und rechtzeitig nutzen (Sonnencreme mit Schutzfaktor 15 oder höher). Eine Rucksackapotheke für
den Bedarf des Wanderers, erweitert um die persönlichen Bedürfnisse, gehört ebenfalls zur Grundausrüstung.
Wenn Sie Touren im Bereich staatlicher Grenzen angehen oder solche Grenzen überschreiten werden, gehört ein Ausweis
in jedem Fall in ihr Gepäck. Eine grosse Hilfe für Auf- und Abstieg sind variabel einstellbare Teleskopstöcke.
Sie entlasten bei richtiger Einstellung und Handhabung Muskulatur und Gelenke enorm. Diesen »Luxus« sollten Sie
sich gönnen.
Wo sollten Sie sich Ihre Grenze setzen?
Um auf bezeichneten Wegen im Hochgebirge zu wandern, braucht es noch nicht unbedingt und in jedem Fall eine fachkundige
alpinistische Begleitung oder Ausbildung. Wir nennen Ihnen gerne Wege, die Sie sich auch als »Berg-Laie« bei
Beachtung der üblichen Regeln und Vorsichtsmaßnahmen zutrauen dürfen. Allerdings sollten Sie wissen, was
für den Gelegenheitswanderer tabu sein sollte bzw. wo unerwartete Gefahren lauern könnten.
Steile Grashänge und Schneefelder - Oft werden steile Grasflanken unterschätzt.
Sie spiegeln in ihrem harmlosen Grün mehr Halt und Sicherheit vor, als sie tatsächlich bieten. Im Gegenteil: Insbesondere
bei Nässe sind solche Gelände ein überaus absturzgefährdetes Terrain, das erfahrene Alpinisten nach
Möglichkeit meiden. Auch Schneefelder können heimtückisch sein. Wenn sie im Sommer zu hartem Firn geworden
sind, kann der Gebrauch von Eispickel, Steigeisen oder Grödeln erforderlich werden. Beide Hindernisse sollte der Wanderer
tunlichst umgehen und sich ohne entsprechende Kenntnisse und Ausrüstung nicht in Gefahr bringen.
Klettergelände und Klettersteige - Im hochalpinen Bereich durchqueren Sie auf
bezeichneten Wegen auch solche Bereiche, die den Kletterern vorbehalten sind. Bedenken Sie: wo Sie zur Fortbewegung intuitiv
die Hände mitbenutzen, haben Sie die Grenze des Bergwanderns erreicht. Im Klettergelände sind fundierte Kenntnisse
und eine geeignete Ausrüstung unerlässlich. Das gilt auch für Klettersteige, die mit Stahlsicherungen und
Leitern locken. Wenn Sie hier interessiert sind und unter fachkundiger Anleitung Erfahrungen sammeln wollen, legen wir Ihnen
unser Veranstaltungsprogramm nahe, das Sie unter den Menuepunkten »Sommer« bzw »Winter« finden.
Das internationale alpine Notsignal
Last but not least möchten wir noch das alpine Notsignal erwähnen: Geben Sie innerhalb einer Minute sechsmal
in regelmässigen Abständen ein hör- oder sichtbares Zeichen, warten Sie dann eine Minute und wiederholen
das Signal anschliessend solange in diesem Rhythmus, bis Antwort erfolgt. Die Bergrettung antwortet auf dieses Signal mit
einem dreimaligen Zeichen je Minute.
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Drohender Wettersturz |
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Die falsche Einschätzung der Wetterentwicklung birgt grosse Gefahren. Neben dem Verlust der Orientierung und
verschlechterten Wegeverhältnissen drohen bei schlechtem Wetter und unzweckmäßiger Kleidung auch
Unterkühlung.
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Gefährliches Terrain |
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Steile Schneefelder und Grashänge - für den unerfahrenen Wanderer ein sehr gefährliches Gelände. Ein
Sturz kann hier schnell passieren und böse Folgen haben ... (Foto: H. Bielefeldt)
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Verführung Klettersteig |
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Im Klettergelände sind Kenntnisse über Sicherunsgtechniken unerläßlich. Das gilt auch für Klettersteige,
die mit Ihren Stahlseilen und Leitern zu unbedachten Wagnissen verleiten könnten. (Foto: M. Graf)
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